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Illustrationen - Der Kaiser und der Abt - bürger_mobil

Der Kaiser und der Abt

Der Kaiser und der Abt von Arpád Schmidhammer in Deutsches Lachen
Dem Kaiser ward's sauer in Hitz und in Kälte:
Oft schlief er bepanzert im Kriegesgezelte;
Oft hatt er kaum Wasser zu Schwarzbrot und Wurst;
Und öfter noch litt er gar Hunger und Durst.
Das Pfäfflein, das wußte sich besser zu hegen,
Und weidlich am Tisch und im Bette zu pflegen.
Wie Vollmond glänzte sein feistes Gesicht.
Drei Männer umspannten den Schmerbauch ihm nicht.
»Ha«, dachte der Kaiser, »zur glücklichen Stunde!«
Und grüßte das Pfäfflein mit höhnischem Munde:
»Knecht Gottes, wie geht's dir? Mir deucht wohl ganz recht,
Das Beten und Fasten bekomme nicht schlecht.
Er schickte nach ein, zwei, drei, vier Un'vers'täten,
Er fragte bei ein, zwei, drei, vier Fakultäten,
Er zahlte Gebühren und Sportuln vollauf:
Doch löste kein Doktor die Fragen ihm auf.
»Ach, guter Hans Bendix, so muß sich's wohl schicken.
Der Kaiser will gern mir am Zeuge was flicken,
Und hat mir drei Nüß auf die Zähne gepackt,
Die schwerlich Beelzebub selber wohl knackt.
Da sprang, wie ein Böcklein, der Abt vor Behagen.
Mit Käppchen und Kreuzchen, mit Mantel und Kragen,
Ward stattlich Hans Bendix zum Abte geschmückt,
Und hurtig zum Kaiser nach Hofe geschickt.
»Für dreißig Reichsgulden ward Christus verschachert;
Drum gäb ich, so sehr ihr auch pochet und prachert,
Für euch keinen Deut mehr, als zwanzig und neun,
Denn einen müßt ihr doch wohl minder wert sein.«
»Ihr denket, ich sei der Herr Abt von St. Gallen.« -
»Ganz recht! Und das kann von der Wahrheit nicht fallen.« -
»Sein Diener, Herr Kaiser! Euch trüget eu'r Sinn:
Denn wißt, daß ich Bendix, sein Schäfer, nur bin!« -
Wir lassen dem Abt von St. Gallen entbieten:
Hans Bendix soll ihm nicht die Schafe mehr hüten.
Der Abt soll sein pflegen, nach unserm Gebot,
Umsonst, bis an seinen sanftseligen Tod.«
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